Was macht ein gutes E-Bike aus?

Qualitätsanforderungen

Ein gutes E-Bike hat ist stabil, hat gute Fahreigenschaften und eine große Reichweite. Die Akkus sollten eine kurze Ladedauer haben. Ein E-Bike Test sollte diese Eigenschaften verifizieren können.

Rahmen, Lenker, Radgabeln, Hinterachse und Bremsen sind mögliche Problembereiche. E-Bikes und Pedelecs müssen wegen des höheren Gewichts und der Motorleistung höhere Belastungen aushalten als normale Fahrräder. Die normalen DIN-EN-Normen für Fahrräder decken diesen Bereich nicht ab.

Seit 2010 kann das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) für Pedelecs vergeben werden und dient dem Verbraucher als Hinweis, dass das Bike oder Pedelec den Sicherheitsanforderungen genügt.

Rahmen

Diamantrahmen und Trapezrahmen haben im E-Bike Test die beste Stabilität und Spurtreue. Der Diamantrahmen ist vom klassischen Herrenfahrrad mit waagerechter Stange bekannt, der Trapezrahmen ist ein Diamantrahmen mit abgesenktem Oberrohr, wie bei einem herkömmlichen Damenfahrrad. Beiden gemeinsam sind die beiden Rohre zwischen Lenkerrohr und Sattelrohr.

Einrohrrahmen sind weniger stabil als Trapez- oder Diamant-Rahmen. Wave-Rahmen mit tiefem Einstieg sind zwar komfortabel zum Aufsteigen, besonders für ältere Fahrer, da das Bein nicht so hoch geschwungen werden muss. Als Einrohrrahmen sind sie jedoch weniger spurstabil und nicht so belastbar.

So weit die standardisierte Prüfung. Wave-Rahmen kommen hauptsächlich bei Pedelecs zum Einsatz und der ultimate Pedelec Test ist der tägliche Gebrauch. Wenn man Diskussionen in Online-Foren verfolgt, liest man unterschiedliche Ansichten dazu. Fahrer, die hauptsächlich im Stadtverkehr oder auf normalen Strassen unterwegs sind, sind mit Wave-Rahmen oft zufrieden. Sie müssen für Stabilität jedoch relativ schwer gebaut sein, aber auch das spielt für viele Fahrer nur eine untergeordnete Rolle. Bei manchen Wave-Rahmen flattert der Lenker.

Man muss sich also überlegen, wofür man das E-Bike oder Pedelec einsetzen will. Wenn man nicht über die unterstützte Geschwindigkeit geht – also nicht so schnell fahren will, das die automatische Regelung die Motorunterstützung abschaltet - oder keine anspruchsvollen Touren vorhat, kann der Komfort im Vordergrund stehen. Häufiges Auf- und Absteigen, was im Stadtverkehr die Regel ist, ist mit dem tiefen Einstieg des Wave-Rahmens komfortabel und auch Ältere tun sich damit leichter.

Der Geradeauslauf ist um so besser, je größer der Rahmen ist. Umgekehrt ist bei kleinerem Rahmen die Wendigkeit besser.

Schaltung

Wie beim normalen Fahrrad gibt es beim E-Bike Nabenschaltung und Kettenschaltung. Die Kettenschaltung arbeitet mit 1-3 unterschiedlich großen Zahnrädern an der Tretkurbel und 7 bis 10 Zahnrädern an der Hinterradkassette. Mit Kettenschaltung sind größere Übersetzungsbereiche möglich, wie sie z.B beim Mountainbike gebraucht werden.

Die Nabenschaltung ist voll in die Hintrradnabe integriert, gegen Einflüsse von aussen geschützt und wird über ein Planetengetriebe geschaltet. Nabenschaltungen haben generell weniger Gänge. Es gibt sie aber auch stufenlos.

Der Vorderradantrieb sitzt in der Vorderachse und ist völlig vom restlichen Antrieb getrennt, Tretlager und Hinterachse kommen nicht mit dem Motor in Kontakt und es ist daher Ketten- wie Nabenschaltung möglich.

Ein E-Bike mit Mittelmotor ist mit Ketten- und Nabenschaltung möglich.

Beim Mittelmotor mit Kettenschaltung ist vorne am Tretlager nur ein Kettenblatt möglich, so dass man auf die acht bis 10 Gänge der Hinterradkassette beschränkt ist.

Beim Hinterradantrieb gibt es hauptsächlich Kettenschaltung und Nabenschaltung bis zu drei Gängen. Die Drei-Gang-Nabenschaltung schafft keine großen Steigungen.

Motorposition

Über die Position des Motors gehen die Meinungen auseinander. Dabei spielt das Gewicht und der Schwerpunkt ein Rolle, aber auch die Kräfte, die wirken.

Der Vorderradantrieb beeinflusst das Fahrverhalten ungünstig. Am Berg oder auf rutschigem Untergrund dreht das Vorderrad relativ leicht durch. Ein Vorteil des Vorderradantriebs ist, dass er nicht mit Tratlager oder Hinterradnabe integriert werden muss, also keinen Einfluss auf die Gangschaltung und das normale Treten hat.

Der Vorderradantrieb ist meistens die preisgünstigste Variante und kommt daher auch bei billigeren E-Bikes und Pedelecs zum Einsatz, da er sich technisch am einfachsten realisieren lässt.

Ein Mittelmotor hat einen günstigen Schwerpunkt und fährt sich am ehesten wie ein normales Rad. Der Mittelmotor ist ins Tretlager integriert. Die Kräfte auf das Hinterrad werden dabei über Kette und Ritzel übertragen, die dabei stark belastet werden. Wie schon bei anderen Bauteilen sind die Beschleunigungen und auch die Dauerbelastung höher als beim normalen Rad. Auch der Rahmen wird beim Mittelmotor stärker belastet als bei den anderen Varianten.

Mit Mittelmotoren lässt sich gut schalten. Der Mittelmotor hat im Vergleich zu den anderen Varianten einen verhältnismässig geringen Stromverbrauch, was sich günstig auf die Reichweite auswirkt.

Der Hinterradantrieb ist von der Kraftübertragung günstig, macht aber bei Steigungen eher Probleme (Schwerpunkt zu weit hinten, das Problem kennt jeder Bergradler). Nachteile beim Hinterradantrieb sind, dass eine Rücktrittbremse nur unter Schwierigkeiten eingebaut werden kann, ausserdem ist der Reifenwechsel wesentlich komplizierter als beim Mittelmotor, da hierzu die gesamte Verkabelung gelöst werden muss.

Unterstützung

Die Unterstützung durch den Motor kann meist mehrstufig gestaffelt werden. 3 Stufen sind die Regel. Die Stärke der Unterstützung wirkt sich auf den Fahrkomfort und die Reichweite aus.

Da sich die Unterstützung beim Pedelec durchs Treten zuschaltet, haben Pedelecs vor allem für das Anfahren am Berg noch eine zusätzliche Anfahrhilfe, die sich auch im Stand zuschalten lässt. Ohne diese Anfahrhilfe erreicht man nicht die Drehzehl, in der sich der Antrieb zuschaltet.

AKKU

Bei den Akkus gibt es ebenfalls große Qualitätsunterschiede. Diese wirken sich in zwei Richtungen aus: der verfügbaren Leistung bei abnehmender Akkuladung und bei der Temperaturempfindlichkeit. Billigere Akkus lassen bei geringerer Ladung oft relativ schnell nach und geben bei niedriger Aussentemperatur ebenfalls signifikant weniger Leistung ab. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, die sowohl bei Mountainbiktouren wie auf dem morgendlichen Arbeitsweg ohne weiteres auftreten können, macht sich das unangenehm bemerkbar. Und bei längeren Fahrstrecken lässt der Genuss ebenfalls nach, wenn man selbst immer stärker in die Pedale treten muss.

Akkus müssen gemäß der Bedienungsanleitung pfleglich behandelt und vorschriftsmässig transportiert werden, da sie sonst eine Gefahrenquelle darstellen. Akkus sollten bei Zimmertemperatur gelagert werden, sie mögen weder Frost noch pralle Sommersonne. Die angegebenen Reichweiten beziehen sich meist auf ebenes Gelände und Tretunterstützung. Höhenunterschiede, Wegezustand und Fahrergewicht wirken sich auf die Reichweite aus. Die Testräder für den E Bike Test befinden sich in optimalem Zustand und der Reifendruck ist maximal (Minimierung des Rollwiderstands) Viele Hersteller geben einen weiten Bereich für die Reichweiten an, im Praxistest bleiben die meisten Akkus am unteren Rand des angegebenen Bereichs. Realistisch sind bei heutigen Akkus ca. 60 Kilometer Reichweite. Man kann für längere Strecken auch einen Ersatzakku mitnehmen.